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Kollaborative Roboter (Cobots) verändern die Arbeitswelt. Aufgrund der prinzipiell neuartigen Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit dem Menschen, also in Kollaboration, fällt die Integration immer leichter. Zusätzlich ist der eine oder andere Cobot auch preislich äußerst attraktiv. Insgesamt sind Cobots eine wichtige disruptive Technologie.

Bisheriger Stand der Robotertechnologie

Schon seit langem werden Roboter in vielen Wirtschaftsbereichen eingesetzt um eintönige, schwere oder gefährliche Arbeiten zu erledigen. Ohne Pausen, ohne Krankheiten, ohne Urlaub. Roboter arbeiten rund um die Uhr. Doch bisher mussten Roboter stets abgeschirmt werden, entweder durch einen Zaun oder einen aufwändigen Lichtvorhang. Dies liegt daran, daß herkömmliche Industrieroboter Kräfte und Beschleunigungen aufbringen, die einen Menschen mit Leichtigkeit ernsthaft verletzen oder sogar töten können. Die einschlägigen Industrienormen verbieten somit den Einsatz herkömmlicher Roboter im direkten Wirkungsbereich von Personen.

Definition Cobot – Kollaborative Roboter

Kollaborative Roboter – ein feststehender Begriff in der Industrie – sind im Gegensatz zu herkömmlichen industriellen Robotern sowohl von Ihrer Kraft als auch von Ihrer Beschleunigung und Geschwindigkeit technisch her so eingeschränkt, daß Sie keine Gefahr für den Menschen darstellen. Zusätzliche Sensorik verhindert auch leichte Verletzungen von Personen im Arbeitsbereich des Cobot. Genau geregelt sind die Anforderungen in der ISO 10218, Teil 11 und in der ISO/TS 150662.

Nutzen von Cobots

Kollaborative Roboter bieten einige Vorteile um Ihr Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Die Möglichkeit der direkten Zusammenarbeit mit dem Menschen ist nur einer davon. Lesen Sie hier, welche Vorteile es noch gibt.

 

Zerstören Cobots Arbeitsplätze? Oder ergänzt ein Cobot den Menschen?

Wenn die menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt wird, besteht immer die Gefahr, daß Arbeitsplätze vernichtet werden. Generell birgt die Robotik diese Gefahr (noch) nicht, da sie lediglich die manuellen Tätigkeiten des Menschen ersetzt, jedoch noch nicht über die entsprechende (künstliche) Intelligenz verfügt um komplexe Aufgaben durchzuführen. Dies zumindest in absehbarer Zeit.

In einem mit mobilen Robotern – eine Variante der Cobots – Logistikzentrum von Amazon konnte durch den Einsatz dieser Systeme die Zeit um einen Auftrag zu vervollständigen von über einer Stunde auf 15 Minuten reduziert werden. Wenn ein Kunde sein Paket erhält, sind darin lediglich 1 Minute menschliche Arbeitskraft investiert. Man könnte nun meinen, die Einführung dieser Technologie hätte massiv Arbeitsplätze gekostet, angeblich wuchs bei Amazon aber die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr um 200.0003

Generell lässt sich sagen, daß kollaborative Roboter derzeit den Menschen unterstützen, Unternehmen sollten jedoch den ethischen Aspekt beim Einsatz bedenken, ebenso wie bei anderen Automatisierungsprojekten auch.

Einsatzmöglichkeiten kollaborativer Roboter

Eingesetzt wurden diese Systeme zunächst in den Schlüsselbranchen wie etwas Automotive, daneben hat aber auch die Logistik früh den Nutzen dieser Roboter erkannt. In jüngster Zeit interessieren sich mehr mehr und kleine und mittelständische Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Da kollaborative Roboter teilweise sehr günstig sind, ist hier die Einstiegsschwelle sehr niedrig. Konkret werden Cobots dort eingesetzt, wo es um monotone und belastende, sehr einfache oder möglicherweise gefährliche Tätigkeiten zu verrichten sind4.

Dies sind Aufgaben in der Ent- und Verpackung von Waren, in der Handhabung und Umsetzen von Teilen von einer Position in eine andere, das Zusammenmengen von Flüssigkeiten oder Material ebenso wie das anreichen von Teilen für einen menschlichen Arbeiter.

Kollaborative Roboter in der Zukunft

Derzeit wachsen manche Technologie-Anbieter noch um ca. 62% pro Jahr5 und dies wird vermutlich auch noch eine Weile anhalten. Die Roboter werden technisch noch ausgereifter werden, etwa mit integrierten Kameras und zumindest teilweiser künstlicher Intelligenz. Hierdurch können Sie zunehmend komplexere Aufgaben erledigen.

Die Interaktion mit dem Menschen wird dank Spracherkennung und Sprachsynthese besser werden und Abläufe werden dadurch noch flexibler gestaltbar sein.

Schließlich werden nicht nur einfache Materialtransport-Roboter mobil sein sondern auch Cobots die Handhabungsaufgaben übernehmen können, werden autark in der Fertigung unterwegs sein um genau dort Aufgaben zu übernehmen wo gerade ein Engpass besteht oder wo es die Fertigungsschritte erforderlich machen.

Durch weitere Modularisierung – und eine vermutlich eintretende Standardisierung – der Systeme wird es automatisierte Reparatur- und Wartungsstationen geben, so daß defekte Roboter auch automatisiert (von Robotern) repariert und gewartet werden können.


Sie haben noch Fragen zu kollaborativen Robotern?



Fußnoten

  1. Beuth Verlag
  2. Beuth Verlag
  3. The Guardian
  4. Plastverarbeiter
  5. Plastverarbeiter